Matchberichte 2. Mannschaft, Saison 2011/2012

Fussball ist Nebensache

FC Azzurri Bienne - SC Rüti 4:3

 

Die Motivation, das Gebotene vom Samstag in Worte zu fassen, hält sich in engen Grenzen. Ja, es ist ein veritabler Kraftakt und deshalb bleibt dieser Bericht zeilenmässig unter den vorangegangen. Trainer Thut hatte das Unheil kommen sehen, beklagte er doch schon vor dem Anpfiff die seltsame Lethargie, von der das gesamte Team befallen schien. Gar nicht lethargisch geriet dann aber der Start: Bereits nach wenigen Sekunden hatte Baader einen massgeschneiderten Standard von Würsch unter die Latte gedrückt. Nur wenige Minuten später fiel der Ausgleich und dies geschah nach dem erneuten Führungstreffer von Rüti 2 gar ein zweites Mal. Noch vor dem Pausenpfiff gelang dem keineswegs zwingend auftretenden Gegner gar die erstmalige Führung.

Dass Rüti 2 Biel ohne Punkte verlassen würde, war spätestens in der Halbzeitpause düstere Gewissheit. Die Lethargie war nämlich noch gewachsen, es fehlte ein Wortführer. Mit etwas mehr Leidenschaft zwar aber wenig zwingend stemmte sich Rüti 2 vergeblich gegen die Niederlage. Mit Ausnahme von Würsch, der zu sämtlichen Toren die Vorlage gab, präsentierte sich kein Rütiger in Normalform.

Die Suche nach den Gründen gestaltet sich schwierig: Hatte Trainer Thut seine Tschutter in handzahme Kätzchen verwandelt, indem er sie mittwochs im Training Volleyball (!!) spielen liess? Sind die Punkteprämien zu tief angesetzt? Müssen gar die umstrittenen donnerstäglichen Mannschaftsabende in einer bekannten Grenchner Lokalität gestrichen werden, damit sich die Spieler von Rüti 2 wieder den Arsch aufreissen? Liegt es am Fehlen von Schmid? Nun, zumindest die letzte Frage kann wohl guten Gewissens mit Nein beantwortet werden.

Vielleicht ist Fussball aber auch gar nicht so wichtig – denkt sich zumindest der Autor. Am Samstag ist seine Herzdame nach dreimonatigem Aufenthalt beim Inder zurückgekehrt. Auf diesem Weg meldet er sich für die nächsten Trainingseinheiten bei Trainer Thut ab. See you in October.

Von besonderen Gästen, Fehlschüssen und einem fuchsteufelswilden Trainer

SC Rüti - FC Lengnau 2:0

 

Aufgeschreckt vom Wirbel um die Biografie von Herrn Lahm sah der Schreibende den Fortbestand der Matchberichterstattung in ihrer bisherigen Form in ernsthafter Gefahr. Bislang hat sich die Kritik vonseiten der Mitspieler aber in Grenzen gehalten und Trainer Thut scheint mit mehr Humor gesegnet zu sein als Ex-Bundestrainer Rudi Völler. Indiskretionen und bildhafte Beschreibungen der Szenen, die sich jeweils unter der Dusche abspielen, sind zudem nicht geplant – auch aus Rücksicht auf die wachsende weibliche Leserschaft.

 

Das Resultat war das Beste am Aufeinandertreffen vom Mittwoch. Die prominent besetzte V.I.P-Tribüne sah ein trostloses Gekicke, das überdies von einem noch viel trostloseren Spielleiter verpfiffen wurde. Im Namen der Mannschaft entschuldigt sich der Schreibende bei Trainergott Hasler und bei der Klublegende Würsch Flöru für das Gezeigte. Ersterer musste sich gefragt haben, warum in aller Welt er Rüti 2 zwei Mal zwei Stunden seiner wertvollen Zeit gewidmet hatte. Aber eine Spitzenmannschaft bringt halt auch mal solche Spiele ins Trockene und zu einer solchen ist Rüti 2 inzwischen offensichtlich gereift. Da steckt man auch mal Fehlschüsse vom Elfmeterpunkt weg (wer der Sünder war, sei dahingestellt. Nur so viel: Dessen Bruder – eine am Mittwoch anwesende Klublegende – legte zu Aktivzeiten jeweils etwas mehr Abgebrühtheit an den Tag).

 

Trainer Thut stellte irgendwann im Laufe der zweiten Halbzeit das Coaching ein und steckte seine Energie fortan in ein hübsches kleines Psychoduell mit dem Pfeifenmann. Kleines Beispiel: Allemann Chrigu wird vom Gegner niedergestreckt und windet sich am Boden. Spieler: „Thut, Wasser!“ Thut: „Ich darf nicht. Oder darf ich, Schiri?“. Hätte der Sportplatz Beunde eine Tribüne, Trainer Thut hätte sich wohl früher oder darauf wiedergefunden.

 

Einzelnoten:

 

Die Rubrik „Einzelnoten“ wird schneller wieder abgeschafft, als dass sie eingeführt worden ist. Der Schreibende konnte dem wachsenden Druck schlicht und einfach nicht mehr begegnen. In Zukunft sollen nur noch aussergewöhnlich gute beziehungsweise unterirdisch schlechte Leistungen eine Erwähnung finden.

 

Aeberhard: Rettete mit einer Glanzparade die Führung. Lag dabei unendlich lange in der Luft. Vergleiche mit der zurückgetretenen Goalie-Legende Kocher liegen nahe.

 

„Wolverine“ Walther: Zeigte gegen seinen Ex-Verein eine ansprechende Leistung und teilte die eine oder andere Niedlichkeit aus.

 

Kaiser: Verdiente sich die Auszeichnung „Harter Hund des Tages“. Trotz schmerzender Bänder liess er sich noch einmal einwechseln – Chapeau.

 

Die Leser dürften im vorliegenden Matchbericht den Namen Schmid vermisst haben. Dies hat seinen guten Grund: Der Mann hat seine Zelte abgebrochen und ist tatsächlich zu Studienzwecken gen Paris entschwunden. Nur schon die Erwähnung des Namens Schmid treibt dem Schreibenden die Tränen in die Augen. Sobald die Tränen getrocknet sind, wird er an dieser Stelle wieder kritisch begleitet.

 

01.09.2011 14:31 von Tobias Bär

Von Trainingsmethoden, Spielerfrauen und Korruption

SC Rüti - FC Ins 4:3

 

Ich halte mich zuerst und knapp an die Fakten, die da sind: Rüti 2 hat den Absteiger aus der 3. Liga, den FC Ins, mit 4:3 bezwungen. Und nun zu den subjektiven Schlüssen, die sich daraus ziehen lassen. Erstens scheinen die Trainingsmethoden von Trainer Thut zu fruchten. Dies, obwohl die von ihm entworfenen Übungseinheiten den Lehren von Trainergott Hasler fundamental widersprechen. Für Aussenstehende: Hasler bequemte sich im August für zwei Traningseinheiten zu den 4. Liga-Tschuttern von Rüti. Ansonsten trainiert er Fussballer. Hatte also Hasler den hellhörigen Laien verklickert, den Ball NIE mit dem Aussenrist anzunehmen, verlangte Thut ebendies nur wenige Tage später. Wir taten wie geheissen und waren einigermassen verwirrt. Nun, die Resultate geben Thut Recht. Auch, was die Aufstellung angeht. Einer altgedienten Fussball-Weisheit gehorchend hatte Thut dieselbe Elf aufs Feld geschickt, die schon Hermrigen eingesackt hatte. Das ist zwar verständlich, lässt aber die Forderungen aus dem letzten Matchbericht ausser Acht. Der Schreibende war am Samstag übrigens verhindert. Glücklicherweise kann er auf eine ganze Schar von Korrespondenten zurückgreifen.

 

Erkenntnis Nummer zwei: Schmid scheint entgegen seinem Selbstverständnis tatsächlich überflüssig zu sein. Diese harte Schlussfolgerung bezieht sich selbstverständlich nur auf den Fussballer Schmid. Menschlich ist der Mann eine Grösse und die Lücke, die sein nahender Abgang zum Franzosen reisst, wird unmöglich zu schliessen sein. In fussballerischer Hinsicht aber kann Rüti 2 von Schmids „Ferien“ (O-Ton Thut) nur profitieren. Aus Sicht von Mannschaft und Staff ist nur von Belang, dass Schmids Spielerfrau – die in internen Rankings regelmässig Spitzenpositionen belegt – ihrem Gatten nicht nach Paris folgt. Die Angesprochene ist im Namen von Rüti 2 herzlich eingeladen, das eine oder andere Spiel trotz Abwesenheit des Gatten mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Die Mannschaft würde es mit Leistung danken.

 

Und nun zu ernsthafteren Themen. Starspieler Meister hat sich in den Schlussminuten schwer verletzt. Zuvor hatte er noch den Siegestreffer erzielt und die im letzten Bericht angeprangerte Zurückhaltung abgelegt. Er wird Rüti 2 fehlen. Als adäquaten Ersatz schlägt der Schreibende sich selber vor. In der Zwischenzeit gibt er sich der Fachliteratur hin: „Der Revisor – unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Vereins“.

 

Weitere Meldungen:

 

- Die Anschuldigungen gegen Otter haben sich weder bestätigen, noch entkräften lassen. Aus Sicht seiner Mannschaftskollegen gilt die Unschuldsvermutung.

 

- Michu Walther – sichtlich unzufrieden mit seinem Reservistendasein – hat für Mittwoch ein Feuerwerk angekündigt. Es geht gegen seinen Ex-Verein Lengnau. Thut hat ihm entgegen seinen Gepflogenheiten einen Platz in der Startformation garantiert. Einzige Bedingung: Walther darf am Dienstagabend keinen Fuss in die einschlägigen Berner Lokale setzen.

 

Einzelnoten:

 

 

Die gesamte Mannschaft wird für die tadellose Teamleistung mit einer 5.5 belohnt. Und doch gibt es zwei Ausnahmen.

 

Schwab: Ragt aus einem starken Kollektiv heraus. Pocht zu Recht auf einen besseren Vertrag. Note 6

 

Huser: Hat dem Schreibenden für die Note 6 einen ansprechenden Geldbetrag abgedrückt. Nachahmer sind willkommen.

 

30.08.2011 16:00 von Tobias Bär

Meisterschaftsbeginn für die 2. Mannschaft in Hermrigen

FC Hermrigen - SC Rüti 1:6

 

Es war heiss in Hermrigen. Trainer Thut erstickte mit einer engagierten Teamansprache allfällige Erinnerungen an zurückliegende Strandferien innerhalb des Grenchner-Clans im Keim. Einigermassen erstaunt nahm dabei der frisch zum Revisor gekürte Tobias Bär davon Kenntnis, dass Thut für ihn nur ein Platz auf der Ersatzbank vorgesehen hatte – den Posten als Revisor hatte er im Glauben angenommen, sich damit eine Stammplatzgarantie erkauft zu haben. Die teaminterne Konkurrenz war aber auch zu stark an diesem Tag: Rüti 2 war mit einem 18-Mann-Kader nach Hermrigen gereist. Mit Ausnahme von Schmid würden die Reservisten wohl in jedem anderen Team zu den tragenden Stützen zählen.

 

Zum Spiel: Was sich in der ersten Halbzeit auf dem Spielfeld ereignete, entzieht sich der Kenntnis des Schreibenden. Spätestens als den Reservisten die anmutige Buvetten-Blondine ein erstes Mal ins Auge stach, war das durchaus ansehnliche Gekicke auf dem Rasen bloss Beigemüse. Schmid bezeichnete die Haarpracht der Dame präzise als „Ankerbutterzöpfli“, was ihm nur deshalb eine Rüge seiner ebenfalls anwesenden Herzdame ersparte, weil sich diese ausser Hörweite befand. Die Leistung unserer 11 Mannen bot aber auch keinen Anlass zu übertriebener Sorge, weshalb man getrost das schöne Wetter geniessen konnte. Angetrieben von den gut aufgelegten Stürmern Schwab und Huser und hinten abgesichert von einem bestechend sicheren Massaro im Tor resultierte bis zur Pause eine 3:0-Führung.

 

Von Halbzeit zwei haben zwei Vorkommnisse bleibenden Eindruck hinterlassen. Da wäre einerseits die stupende Technik, die Vater Huser am Spielfeldrand bei der Annahme eines versprungenen Balls an den Tag legte. Zum anderen ist die unfassbare Unzulänglichkeit des gegnerischen Keepers zu erwähnen. Dieser ermöglichte dem eben erst eingewechselten Schmid mit einem kapitalen Fehlgriff einen raren Torerfolg. Erwähnt werden soll auch die verblüffende Leistung des von Thut als „Rakete“ angekündigten Steiner. Trotz Trainingsrückstands fand dieser schnell ins Spiel und ermöglichte Schwab mit einem magistralen Zuspiel dessen zweiten Torerfolg. Bär konnte nicht mehr viel bewirken - dafür hatte ihn Thut zu spät aufs Feld geschickt. Immerhin liess er mit einem Freistoss aus 30 Metern aufhorchen. Zum Direktschuss hatte ihn die durch Schmids Treffer völlig wild gewordene Anhängerschaft gedrängt. Das Spiel endete 6:1. Es war Zeit, sich die Buvette und dessen Bedienstete mal etwas genauer anzuschauen.

 

Einzelnoten:

Massaro: Hinterliess eine weitere Kostprobe seines Könnens. Mehr als bloss eine Nummer 2. Note 5.5

 

Anliker: Solide Vorstellung. Liess sich vom fehlenden Trikot kurz vor dem Spiel nicht aus der Ruhe bringen. Note 5

 

Kaiser: Fehlerlos. Sein Meisterstück: Eine Grätsche in extremis gegen einen bereits durchgebrochenen Stürmer. Beim Gegentor machtlos. Note 5.5

 

Kamm: Der gewohnt sichere Abwehrpatron. An ihm und Kaiser ist momentan kein Vorbeikommen. Note 5.5

 

Brönnimann: Mit neuer Barttracht zeigte Brönnimann einige beherzte Rushes durch Mittelfeld. Sehr kampfstark. Note 5

 

Meister: Noch zu zurückhaltend. Es scheint, als wolle der teure Neuzugang den trotteligen 4.Liga-Kickern nicht sein ganzes Können offenbaren. Das reicht immer noch für die Note 5.

 

Würsch: Bis zur Einwechslung von Bär der schönste Spieler auf Platz. Brachte Ordnung ins Spiel und arbeitete viel. Note 5

 

Liechti: Wusste den Ball gut zu behaupten. Hatte viele Ballkontakte. Gut. Note 5

 

Allemann: Versuchte erfolglos, seine beiden glücklichen Tore vom letzten Freundschaftsspiel zu kopieren. Ständig in Bewegung, immer anspielbar. Note 5

 

Schwab: Der Mann ist Gold wert. In punkto Übersicht, Technik und Abschlussstärke zurzeit das Mass aller Dinge im Amateurfussball. Die grosse Frage: Kann Rüti 2 Schwab halten? Note 6

 

Huser: Erzielte zwei Tore und war an praktisch jeder gefährlichen Szene beteiligt. Sehr auffällig, bester Auftritt seit Monaten. Note 6

 

Steiner: Kaum im Spiel, legte er mit einem Zuckerpass für Schwab auf. In dieser Form kein Mann für die Bank. Note 5,5

 

Walther: Kein Vergleich zum inferioren Auftritt von vor einer Woche. War dieses Mal auch nüchtern. Note 5

 

Herzog: Der gewohnte Aggressivleader. Beschwor einige gefährliche Aktionen herauf. Für ihn gilt das gleiche wie für Steiner: Kein Reservist. Note 5

 

Schmid: Das Beste an seinem Auftritt war sein Tor – und sogar dieses war hässlich. Aus unerklärlichen Gründen immer noch Publikumsliebling. Note 4

 

Otter: Hätte mit etwas mehr Überzeugung zwei Tore erzielen können. Ist den jungen Wilden mit seiner Routine eine wichtige Stütze. Note 5

 

Trachsel: -

 

Bär: -

 

22.08.2011 13:30 von Tobias Bär

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